sternwolfx.de

2023 –
Australien

Unsere Route und wo wir gerade sind:
Stecknadeln (Datum und km) und Route (Datum) anklickbar.
pfeil zoombare Vollbildanzeige mit allen Details


24.

Von den Flinders Ranges nach Rockhampton

01. bis 15. Juni 2025
Σ km 29.168

Australien  First Australians 

Wunderschöne Fahrt durch die Brachina Gorge in den 'Flinders Ranges'.

Hier befindet sich auch einer der weltweiten 'Global Stratotype Sections and Points' (GSSP), die einen herausragenden Zeitpunkt in der Geschichte der Geologie an entsprechenden Gesteinsformationen "markieren". Dieser, der einzige in der südlichen Hemisphäre, weist auf die große Veränderung hin, die vor etwa 635 Millionen Jahren begann: Die Entwicklung von einfachen einzelligen Lebensformen zu komplexeren mehrzelligen Organismen.



In der Gegend gibt es viele Emus.





Vielfarbensittich, oder Mulga-Sittich (Psephotellus varius)

Nicht nur kurvenreiche und überflutungsgefährdete "Straße" auf den nächsten 30 km, sondern auch Hinweis auf Quolls (Beutelmarder), die wir aber nicht zu sehen bekommen.



Das 'Gelbfüßige Felsenkänguru' gilt als das farbenprächtigste Beuteltier Australiens. Hier hat der liebe Gott bei der Schöpfung sichtlich Spaß gehabt.







Blick von "außen" auf die 'Flinders Ranges'. Geologisch besteht die Kette aus Gesteinen des Präkambriums, die ein Alter von bis zu einer Milliarde Jahren haben. Irre.



Ein herrlicher Abend am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel.



02.06.2025 Seit fünf Tagen treiben wir uns jetzt schon in den 'Flinders Ranges' herum und sind fasziniert von dieser eindrucksvollen spektakulär wilden Bergregion. Die 'Brachina Gorge (Schlucht)', durch die wir in beide Richtungen gefahren sind, der 'Stokes Hill Lookout', beim zweiten Mal bei Sonnenuntergang und die recht farbenfrohen 'Gelbfuß-Felskängurus' mit ihrem langen geringelten Schwanz, die sicherlich zu den hübschesten Beuteltieren Australiens zählen, waren die Highlights. Auch die sehr vielen Emus, die sich, wenn man entsprechend bedächtig ist, aus ein paar Metern bewundern lassen, haben uns viel Freude bereitet. Allerdings ist es zur Zeit sehr trocken und die vielen Kilometer auf unbefestigten Straßen waren ziemlich staubig. Hier könnte man gut auch Wochen verbringen und dann stundenlang darüber schreiben... Gestern Abend haben wir frei in der 'Parachilna Gorge' übernachtet, abends bei einem kleinen Lagerfeuer unsere gegrillten Würstchen mit Nudel-Gelberüben-Tomaten-Käse-usw.-Salat verspeist, ins Feuer geschaut und die Sterne am Nachthimmel bewundert. Heute sind wir wieder zum 'Wilpena Pound Resort Campground' gefahren, wo wir zwei Nächte bleiben wollen.

Super Gipfelblick am Spätnachmittag vom 'Mount Ohlssen Bagge'. Der höhere 'St Marys Peak' (halblinks) soll auf Wunsch der Aboriginals nicht bestiegen werden, was wir selbstverständlich respektieren.





Die Sonne geht unter und die Stirnlampen an.

In 'Broken Hill' steht auf einer Abraumhalde eine Gedenkstätte für tödlich verunglückte Minenarbeiter. Die Architektur erinnert uns an die Eismeerkathedrale in Tromsø, aber das war eine andere Reise.



Alter, aufgegebener Förderturm.

Wir fahren noch 25 km hinaus in die "Geisterstadt" Silverton, wo einst nach Silber gegraben wurde. Sie verlor jedoch ihre Einwohner, als in 'Broken Hill' größere Vorkommen entdeckt wurden. 1981 wurde hier der Kinofilm 'Mad Max II' u. a. mit Mel Gibson gedreht.

Wenn sich der Esel gerade nicht im Pub des 'Silverton Hotels' aufhält, besucht er gerne die durchkommenden Touristen.

Über die Herkunft dieses Fahrzeugs ist folgendes bekannt:
In einer lauen Nacht schnappte sich das Auto von Mad Max, der 'Interceptor', eine Flasche Nitro und fuhr mit zwei Volkswagen-Mädchen über den Hügel, um zu feiern. Es war eine lange Nacht, und sie hatten eine tolle Zeit. In den frühen Morgenstunden kehrte er in seine Garage zurück, bevor sein Besitzer sein Verschwinden bemerkte. Auf den Tag genau 6 Monate später, am 9. Oktober 2010, wurde er der stolze Vater dieses Liebeskindes.



Stylischer Pub mit sehr gutem Frühstück.

Auch wir haben unsere Visitenkarte dagelassen.

Die alte katholische 'St Carthage's Kirche', ist eines der wenigen Gebäude, neben dem Hotel, die noch vorhanden sind.

Das Leben brummt heute in 'Broken Hill'.





Immer wieder begegnen wir Lastwagen mit übergroßer Ladung. Bei diesem mit Minen-Equipment hilft nur links 'ranfahren, Platz machen.

Das schöne Postamt von Wilcannia.

Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii)





Typischer Straßenzug mit 'Grand Hotel' in Cobar.



Der alte Hauptsitz der Minengesellschaft, heute ein interessantes Museum.



07.06.2025
Am letzten Tag in den 'Flinders Ranges' haben wir vom Campground aus den 'Mount Ohlssen Bagge' bestiegen. Tolle Aussicht in der Spätnachmittagssonne. Der Abstieg gerade noch so bei Restlicht über die steilen Stellen, dann mit Stirnlampen zurück ins Camp. Noch mit wackeligen Beinen geduscht und die verdienten Spaghetti mit Pesto genossen.
Über Petersborough, wo wir wieder zwei Schnitzel bestellt, eines geteilt und das andere in mitgebrachter Tupperbox (man lernt ja dazu!) eingepackt haben, gelangten wir in die Minenstadt 'Broken Hill'. Die Lagerstätte dort ist für ihren Reichtum an verschiedenen Mineralien bekannt, unter ihnen viele außergewöhnliche Raritäten (Wikipedia). Wir sind noch ein paar Kilometer zur "Geisterstadt" Silverton hinausgefahren, bekannt u. a. als Drehort für 'Mad Max II'.
Heute erreichten wir, mit einer Zwischenübernachtung in der Nähe von Wilcannia eine weitere Minenstadt, die letzten 50 km schurgeradeaus. Hier in Cobar wird vor allem Kupfer, Silber und Zink abgebaut. Eine beeindruckende 150 m tiefe Grube, die heute als Zugang für das Stollensystem genutzt wird und das städtische Museum wurden von uns bereits besichtigt.
Auf der Fahrt hierher, haben wir uns heute für den Schlüssel zur etwas außerhalb gelegenen 'Cobar Sound Chapel' beworben. Es gibt nur einen und über Nacht muss man besonderes Interesse vorweisen. Kurze Zeit später bekamen wir die Antwort, dass sie sich unsere Homepage angesehen hätten und wir den Schlüssel bekämen. Jetzt sind wir sehr gespannt auf dieses Erlebnis.


Die 'Cobar Sound Chapel'. Wir alleine die ganze Nacht, sphärische Klänge und Sterne: Ein tolles Erlebnis.











Das gewaltige Loch der 'Großen Cobar-Mine' ist heute Zugang zum Untertageabbau.

"Willkommen in Cobar, wo der Staub rot ist und die Herzen golden sind"

Ein kleiner moderner "Schaufelraddampfer" ist Touristenattraktion auf dem 'Darling River' bei Bourke.

Eine alte Hubbrücke überspannt den Fluss unweit der Stadt.

Apropos Bourke: Eines Tages fuhr Michael B. mit seinem Freund Rudi von Brisbane 1.000 km nach Bourke zu einem Festival. Dort angekommen war es merkwürdig ruhig und er ging in eine Bäckerei...

We proudly present:





Pelikane sind elegante Flieger und können punktgenau landen.

Gesundes englisches Frühstück, hausgemacht.

Es grünt so grün...

Beliebtes Fotomotiv in Goodooga: Die leider aufgegebene alte 'Church of England'.

'Goodooga Artesian Springs', eine Oase im Outback.



Auch hier immer noch ordentlich grün, das freut auch diese klasse Texas Longhorns, die ihren Namen voll zurecht tragen. Bei Stieren und Kühen beträgt die Spanne bis über 2,5 Meter. Typisch sind die vielen unterschiedlichen Fellfarben. Das Fleisch ist sehr mager und hat einen geringeren Cholesteringehalt.





10.06.2025
Die 'Cobar Sound Chapel' war etwas ganz Besonderes. Kurz: In einen alten stählernen Wassertank wurde 2022 ein Betonwürfel gesetzt, ganz spartanisch ausgestattet, mit einem Oculus (runde Öffnung) zum Himmel. Geplant vom australischen Architekten Glenn Murcutt, Pritzkerpreisträger (renommierteste Auszeichnung für diesen Beruf). Dieser Raum wird ständig mit der Komposition 'String Quartet(s)' des Tonkünstlers Georges Lentz beschallt. Da wir den Schlüssel hatten, konnten wir darin am Abend und in der klaren kalten Nacht mehrmals das Klang-Raumerlebnis genießen und die Sterne ansehen.
Mit zwei Zwischenübernachtungen sind wir dann in Goodooga gelandet. Dort kann man, alles ganz kostenlos, duschen und herrlich in einem großen schönen heißen Pool, der aus einem artesischen Brunnen (Bohrloch) gespeist wird, relaxen.
Die Landschaft ist hier, ganz im Gegensatz zum verdorrten Süden, durch die vergangenen Regenfälle saftig grün und blütengelb.
Heute nur entspannte 40 km bis Hebel gerollt, Abendessen und eiskaltes Bier im bekannten 'Hebel Hotel & General Store'.


Nächster Tankstopp und Übernachtung im kleinen Ort Hebel. Der Pub und der auf der anderen Straßenseite liegende 'General Store' gehören zusammen und sind legendär.





Am nächsten Morgen schauen wir noch einmal in den Pub. Außen sind wir von den "Malereien" angetan.





Baumwollflocken am Straßenrand, da sind die Transporter und Felder nicht weit.





Rosa Kakadus "on a line".



Ein blecherner 'Murray Cod', ein im Süßwasser lenender Raubfisch.

Die Post und die denkmalgeschützte 'Warroo Shire Hall', 1929 in Surat als Verwaltungs- und Gesellschaftszentrum erbaut.



Ebenfalls in Surat ein verlassenes Geschäftshaus und das ehemalige Kino 'Astor Theatre' von 1925. Vorführungen fanden bis in die 1980er Jahren statt. Das Gebäude blieb fast unverändert: Sitzplätze, Leinwand, Projektionsraum und Ausstattung sind immer noch intakt.



Nur einer von mehreren Gängen in Ulrikes weltliebsten Laden in Roma.

Gegenüber das 'Queen's Arms Hotel'.

Freitag, der 13.
Wir sind ja eigentlich nicht abergläubisch, aber der Tag fing schon 'mal so an: Wir zum Zahnarzt ('Roma Family Dental'), da Wilhelm seit Tagen üble Zahnschmerzen hatte. Dort wurde ihm letztendlich ein wackeliger Weisheitszahn gezogen, der erste Zahn überhaupt.
Dr. Ryan Saldanha ist in Bangalore geboren, hat in Pennsylvania studiert und seine Frau ("the Boss") schmeißt die Praxis. Ein Bruder ist Gynäkologe in Sydney, der andere Ingenieur bei Hilti in Lichtenstein. Klein ist die Welt, wenn man auf ihr herumfährt.
Behandlung und alles drumherum super Sache. Also wenn ihr 'mal in der Gegend seid und einen Zahn loswerden müsst, können wir diese Praxis wirklich sehr empfehlen.
Vorgestern ging es über Dirranbandi, mit von einer Russin geführten leckeren Bäckerei, ins nette St. George, wo wir etwas außerhalb auf einem Rastplatz übernachtet haben.
Gestern dann die Fahrt nach Roma und natürlich wieder (zweimal!) in Ulrikes weltliebsten Laden. In einem anderen Laden hat sie sich heute einen Akubra (Traveller) ausgesucht, den sie u. a. wahrscheinlich zu ihrem baldigen Wiegenfest erhalten wird.


Die Brille gehört dem Zahnarzt, der leise Lieder aus dem Radio mitsang, zwischendurch immer wieder meiner Hobbychirurgin das konkrete Vorgehen der Extraktion erklärte und sich mit ihr nach Vollzug gemeinsam die entstandene Lücke genau ansah. Beide waren zufrieden mit der Entscheidung und dem Ergebnis.

Die für die Gegend typischen Flaschenbäume sind streng geschützt, wir mögen sie.

Der 'Leichhardt Tree (Baum)' in Taroom, in den selbiger angeblich 1844 seine Initialen eingeritzt hat.
Wilhelm liest gerade eine Biografie von Hans Wilhelm Finger über diesen in Australien sehr bekannten deutschen Forscher Friedrich Wilhelm Ludwig Leichhardt, die auf seinen vielen Tagebüchern basiert.

Die um die Jahrhundertwende erbaute, besonders leistungsfähige Windmühle ist eine Rarität, da sie eine von nur noch zwei funktionierenden dieser Bauart ist.
Übrigens stand genau hier schon einmal das Wasser des 'Dawson River' unglaubliche 8 m hoch.



Die 'Isla Gorge (Schlucht)', ein Labyrinth aus Schluchten, Sandsteinfelsen und markanten Felsformationen, ist Aborigine-Stammesland der Wulli Wulli.





Das Einzelhandelsgeschäft 'Holmes Enterprises', in Theodore ist ein Familienunternehmen und besteht, wie zu lesen, seit 1924.

Die 'Sacred Heart Catholic Church' im gleichen Ort.



Giganten in der Moura Mine:

Caterpillar 797B (USA)
345 t Nutzlast, 24 Zylinder-Dieselmotor mit 106 l Hubraum und 2.513 kW (3.370 PS)
Preis gut 5 Mio US$
Allein ein Reifen hat einen Durchmesser von mehr als 4 m, ein Gewicht von 5,3 t und kostet gut 42.000 US$.

Liebherr T264 (DEU)
240 t Nutzlast 16 Zylinder-Dieselmotor mit 60 l Hubraum und 2.013 kW (2.737 PS) mit Radnabenmotoren
Preis nicht öffentlich bekannt, als SIKU-Modell schon ab € 19,95 zu haben.

Der riesige Schlepplöffelbagger, der diese Teile belädt, ist wahrscheinlich ein 'Marion 8200' (heute Caterpillar).
In den ausgemusterten Löffel passt Bertha locker rein, wir haben das ausprobiert.



Die Kohle kommt auf Förderbändern von der Mine zur Verladestation, wo sie in Güterwagen geschüttet und auf dem Gleis nach Gladstone in den Hafen transportiert wird.
Wir fahren in das etwas nördlichere Rockhampton.

15.06.2025
Von Roma sind wir mit einer Zwischenübernachtung in Taroom nach Moura gelangt, wo wir uns die gleichnamige riesige Kohlemine angesehen haben. Von der dortigen Verladestation transportieren Güterzüge mit über 100 Schüttwagen und drei Loks, zwei vorne und eine in der Mitte, das "schwarze Gold" nach Gladstone in den Hafen (Foto s. Etappe 9) zum Verschiffen.



3eck vorherige Etappe  |  Übersicht und Karte  |  nächste Etappe 3eck


© wolfx.de     eMail + impressum | Datenschutz | AAA